Fehlsichtigkeit: Was kann man tun?

Kontaktlinsen: Beim Augenarzt gut beraten

Kontaktlinsen haben viele Vorteile: Sie beschlagen z.B. bei Regenwetter oder beim Wechsel von kalter in warme Umgebung nicht. Im Gegensatz zum Brillenglas verkleinern oder vergrößern sie nicht, und es gibt keine unscharfen Randbereiche im Sichtfeld. Auch Menschen, die empfindliche oder extrem "schlechte" Augen haben, können Kontaktlinsen anpassen lassen. Der Augenarzt weiß genau, welcher Kontaktlinsentyp individuell am besten geeignet ist.

Nahezu jede Fehlsichtigkeit kann heute mit Kontaktlinsen korrigiert werden: Kurz- und Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung. Auch bei der so genannten Altersweitsichtigkeit kann der Augenarzt eine sogenannte Bifokal-Kontaktlinse anpassen. Nach dem Vorbild der Mehrstärkengläser stehen für Menschen mit Kurz- und Weitsichtigkeit seit einigen Jahren sogar "Multifokallinsen" zur Verfügung. Doch Vorsicht vor Kontaktlinsen aus dem Online-Shop oder aus dem Selbstbedienungsmarkt. Für eine optimale Sicht und langfristig gute Verträglichkeit der Linsen muss die Linse individuell vom Augenarzt angepasst werden.

Material und Form müssen passen
Kontaktlinse ist nicht gleich Kontaktlinse. Es gibt formstabile Linsen, die so genannten "harten Linsen", und flexible "weiche Linsen" aus unterschiedlichen Kunststoffen. Die "weichen Linsen" wiederum stehen als Tages-, Monats- oder Dauerlinsen in zahlreichen Varianten zur Verfügung. Manche sind zum Beispiel sauerstoffdurchlässiger als andere. Und ganz gleich, ob man die Linsen nur gelegentlich tragen möchte oder täglich: Das Material und vor allem auch die Passform der Linse müssen zum Auge passen. Eine falsche Linse kann die Hornhaut aufquellen oder sich sogar darauf festsaugen und beim Entfernen die Hornhaut verletzen. So können schlimme Entzündungen entstehen, die nicht selten Narben und die dauerhafte Unverträglichkeit von Kontaktlinsen zur Folge haben.

Brillenglasstärke und Kontaktlinsenstärke
Außerdem muss natürlich auch die Stärke der Linse stimmen. Menschen, die ihre Linsen der Brillenglasstärke entsprechend zum Beispiel im Internet kaufen, stellen meist fest, dass sie nicht die optimale Sehschärfe haben. Ursache ist die unterschiedliche Entfernung von Brille und Kontaktlinse zum Auge. Während die Kontaktlinse praktisch auf der Vorderfläche der Hornhaut aufliegt, ist zwischen Brillenglas und Hornhaut ca. 12 – 16 mm Abstand. Dies schlägt sich in einer unterschiedlichen Stärke von Brille und Kontaktlinse nieder.

Auch für empfindliche Augen die passende Lösung
Wer das Leben ohne Brille genießen möchte, sollte seine Kontaktlinsen deshalb unbedingt vom Augenarzt wählen und anpassen lassen. Brillen kauft man schließlich auch nicht von der Stange – oder wenn nur als notdürftige Lesehilfe. Augenärzte haben neben den nötigen Untersuchungs- und Messgeräten zur Anpassung auch viel Erfahrung mit den verschiedenen Kontaktlinsentypen und finden in der Regel auch für Menschen mit empfindlichen oder trockenen Augen eine geeignete Lösung. Zudem kann der Augenarzt persönliche Ansprüche an die Linse z. B. im Hinblick auf den Beruf und bestimmte Freizeitaktivitäten wie Schwimmen oder Radfahren berücksichtigen. Eine gut angepasste Linse kann gefahrlos sogar im Spitzensport getragen werden.

Kontrolluntersuchungen sichern Langzeiterfolg
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt stellen sicher, dass die Freude an den Linsen von Dauer ist. Die Untersuchungsintervalle hängen von den persönlichen Voraussetzungen und von der Art der Linse ab. Träger von weichen Linsen benötigen engmaschigere Kontrollen als Träger von harten Linsen. In der Regel reichen ein bis zwei Termine jährlich, um auf mögliche Veränderungen der Augen oder plötzliche Unverträglichkeiten reagieren zu können, bevor es zu ernsthaften Problemen kommt.

August 2009

 

Kontaktlinsen verlangen besondere Pflege.