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Erfolgreiche Praxisbeispiele intersektoraler Zusammenarbeit

Düsseldorf – Dem bundesdeutschen Gesundheitswesen gelingen pragmatische Versorgungslösungen, sektoren- und berufsübergreifende Kooperationen, regional differenzierte Angebote. Doch vieles, was seit Jahren im Versorgungsalltag funktioniert, wird zu wenig beachtet. Das soll ein Best-Practice-Fachbuch zur intersektoralen Versorgung mit Beispielen auch aus dem OcuNet Verbund ändern. Mitherausgeberin Dr. Ursula Hahn fordert, die Erfahrungen der Praktiker für das geplante Gesetz zur sektorenübergreifenden Versorgung zu nutzen.

Seit Jahren befürworten gesundheitspolitische Experten eine Patientenversorgung über die Sektorengrenzen hinweg. Gleichzeitig beklagen sie, es gäbe keine derartigen Versorgungslösungen. „Es gibt sie aber: Gute, erfolgreiche und sinnvolle Angebote“, betont Dr. rer. medic. Ursula Hahn. Die Geschäftsführerin des OcuNet Verbundes ist Mitherausgeberin des neuen Fachbuchs „Intersektorale Versorgung: Best Practices – erfolgreiche Versorgungslösungen mit Zukunftspotenzial“, das aktuell bei Springer Gabler erschienen ist. Darin kommen Akteure aus allen Bereichen des Gesundheitswesens zu Wort, die intersektorale Versorgung praktizieren.

Intersektoral umfasst mehr als ambulantes Netzwerk plus Krankenhaus: Die Praktiker schildern, worin der Patientennutzen ihrer Lösung besteht, was das Innovative daran ist und welche Herausforderungen damit verbunden sind. Zur Klassifizierung der Best-Practice-Beispiele nutzen Hahn und ihre Mitherausgeberin Prof. Dr. rer. pol. Clarissa Kurscheid drei Kategorien: Intersektorale Netzwerke, diagonale Kooperationen und unternehmerische Integration. „Die meisten denken beim Stichwort intersektorale Versorgung an ein Krankenhaus und dessen Kooperation mit Arztpraxen oder Netzwerken “, erläutert Kurscheid. „Wir wollten verdeutlichen, dass es eine wesentlich größere Vielfalt gibt.“

Die vorgestellten Versorgungsmodelle decken zwar auch bekanntere Lösungen ab, wie Belegarztwesen, Selektivverträge, Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung oder Medizinische Versorgungszentren und Ambulanzen von Krankenhäusern. Doch auch Unbekannteres ist dabei: Multidisziplinäre Tumorboards, Versorgungslösungen von Medizinprodukteherstellern oder von Netzwerken. Augenmedizinische Intersektorale Facharztzentren (IFZ) des OcuNet Verbundes sind mit drei ganz unterschiedlichen Ansätzen vertreten.

Best-Practice-Erfahrungen für Gesetzgebung nutzen: „Nicht nur innerhalb unseres verbandlichen Zusammenschlusses OcuNet ist das Spektrum vielfältig“, sagt dessen Geschäftsführerin. „Das gilt auch für andere Fachgebiete. Insgesamt wissen wir zu wenig über intersektorale Strukturen. Denn in der politischen Diskussion haben die Praktiker aus diesen Bereichen der Versorgung häufig keine Stimme. Sie sind es aber, die Sektorengrenzen trotz aller Hürden überwinden, Multiprofessionalität leben und Versorgungsoptionen für immer komplexere Krankheitsbilder entwickeln“. Die Herausgeberinnen sind überzeugt: Für ein Mehr an intersektoraler Versorgung braucht es keine völlig neuen Versorgungsstrukturen. Anhand der Best-Practice-Beispiele lässt sich gut ableiten, was funktioniert und wie man es ausbauen könnte. Die Gelegenheit dazu ist günstig, weil das Bundesgesundheitsministerium an einem Gesetzentwurf zur sektorenübergreifenden Versorgung arbeitet. Hahn betont: „Wichtig ist, die Erfahrungen der Praktiker einfließen zu lassen.“

Fachbuch: Ursula Hahn, Clarissa Kurscheid (Hrsg): „Intersektorale Versorgung: Best Practices – erfolgreiche Versorgungslösungen mit Zukunftspotenzial.“ Springer Gabler, Wiesbaden. https://www.springer.com/de/book/9783658290146

Zu den Herausgeberinnen: Dr. rer. medic. Ursula Hahn ist Geschäftsführerin des OcuNet Verbundes. Sie hat Volkswirtschaft und Medizin studiert. Ihr besonderes Interesse am Thema intersektorale Versorgung gilt Formen der diagonalen Kooperationen und der unternehmerischen Integration. Prof. Dr. rer. pol. Clarissa Kurscheid ist Studiengangsleiterin für Digital Health Management an der EU-FH in Köln und Geschäftsführerin des Forschungsinstituts FiGuS GmbH. Sie hat Betriebswirtschaft und Gesundheitsökonomie studiert. Ihr besonderes Interesse am Thema intersektorale Versorgung gilt intersektoralen Netzwerken.

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