Pressemitteilungen 2015

Katarakt mit Lanosterol auflösbar?
OcuNet kommentiert neueste Forschungsergebnisse aus Kalifornien

Düsseldorf, im August 2015

Ein wissenschaftlicher Artikel in der Zeitschrift Nature stellt die interessanten Studienergebnisse einer amerikanischen Forschergruppe aus San Diego vor: Eintrübungen der Linse konnten in Kaninchenaugen in vitro und in Hundeaugen in vivo durch lokale Anwendung mit Lanosterol signifikant aufgehellt werden. Ausgangspunkt war, dass bei Säuglingen aus zwei chinesischen Familien das Auftreten einer kongenitalen Katarakt auf das Fehlen des Moleküles Lanosterol – Intermediär des Cholesterolstoffwechsels – zurückgeführt werden konnte. Die für dieses Gen gesunden Eltern zeigten klare Linsen. Herr Dr. Jörg Koch, Aufsichtsratsvorsitzender der OcuNet Gruppe: „Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse sind ein hoch interessanter und sehr ernst zu nehmender Schritt in der Forschung. Nachfolgende Studien werden die Erkenntnisse aufgreifen und überprüfen müssen.“

Bestätigen sich die Forschungsergebnisse in den weiter geplanten Versuchen grundsätzlich, wird als nächster Schritt die Anwendbarkeit beim Menschen und hier speziell bei der altersbedingten Katarakt zu überprüfen sein: Wie ist die genaue Wirkweise und verbessert sich das Sehvermögen, Farben- und Kontrastsehen damit für den Betroffenen wirklich adäquat? So hat die Linse bekanntermaßen unterschiedliche Dicken mit dem Maximum in der optischen Achse. Wichtig wäre, eine gleichmäßige Transparenz durch die Therapie zu erzielen, um nicht einen „verdreckte-Brillen-Effekt“ oder Blendungen zu behalten. Es wird zudem auch der Frage nachgegangen werden müssen, ob die unterschiedlichen Trübungsformen wie z.B. Rindentrübung, Kernsklerose oder die schalenförmige hintere Rindentrübung von einer derartigen Therapie gleichartig profitieren. Ist dieses gegeben, müssen vor einer Zulassung Darreichungsformen und eventuelle Nebenwirkungen in weiteren Versuchen überprüft werden. Die Erfahrung zeigt, dass diese Entwicklungszyklen auch mehr als 10 Jahre in Anspruch nehmen können.

„Schon heute geht die Katarakt-OP weit über das Stadium der reinen Entfernung der Trübung hinaus“ so Koch. „Den refraktiven Aspekten der Kataraktoperation – z.B. Premiumlinsen und der akkommodierenden Augenlinse – kommt im Lichte dieser Entwicklung perspektivisch eine zusätzliche Bedeutung zu.“

Literaturangabe:
Zhao L, Chen XJ, Zhu J, Xi YB, Yang X, Hu LD, et al. Lanosterol reverses protein aggregation in cataracts. Nature. 2015 Jul 30;523(7562):607-11.

OcuNet in Zahlen und Fakten
Die OcuNet Gruppe ist ein Zusammenschluss von 19 augenchirurgischen Zentren mit deutschlandweit 300 Standorten und rund 500 unabhängigen Praxen. 15 % der Augenpatienten in Deutschland, die (ambulant und stationär) chirurgisch behandelt werden müssen, und rund 4,5 % der nicht-operativ zu behandelnden Patienten werden in einem OcuNet Zentrum versorgt. 35 % aller belegärztlichen Fälle entfielen 2014 auf ein OcuNet Zentrum.

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