Zentren des OcuNet Verbunds in Zahlen

Im OcuNet Verbund waren per 31.12.2019 insgesamt 18 augenmedizinische Intersektorale Facharztzentren (IFZ) zusammengeschlossen. Die Zentren haben ganz individuelle Profile, regionale Verbreitung, Mitarbeiterzahlen und Trägerschaften. Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass sie im Vergleich zur klassischen Praxis groß und ihre Patienten nicht-operativ und operativ sowohl ambulant als auch im Krankenhaus versorgen. Sie eint zudem ihr hoher Qualitätsanspruch und das Ziel einer umfassenden und guten Versorgung – das ist auch der Grund, warum die voneinander unabhängigen Zentren im OcuNet Verbund unter dem gemeinsamen Mott „Qualität im Auge“ gemeinsame Projekte realisieren.

Nicht-chirurgische konservative Versorgung der Zentren

Die Zentren versorgen Patienten über die gesamte Bandbreite der nicht-chirurgischen (konservativen) Augenheilkunde.

Chirurgische Versorgung der Zentren

Intersektorale Facharztzentren bieten regelhaft Operationen ambulant und bei Bedarf auch im Krankenhaus über das ganze Operationsspektrum der Augenheilkunde. Der Begriff „Intersektorale Facharztzentren“ (IFZ) bezieht sich auf dieses besondere Angebot der Zentren: Egal ob der Patient augenmedizinische Unterstützung außerhalb des Krankenhauses oder in einem Krankenhaus benötigt – Ärzte des IFZ übernehmen die Untersuchung und Behandlung.

Rechtsformen der Zentren

Einige der im OcuNet Verbund organisierten Intersektoralen Facharztentren (IFZ) nutzen die Rechtsform Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), andere die Rechtform Berufsausübungsgemeinschaften (BAG).

Standorte der Zentren

Ende 2019 versorgten alle Zentren zusammen an insgesamt 288 Standorten, ein Standort ist eine postalische Adresse.

An einigen Standorten wird nur nicht-operative konservative Augenmedizin angeboten: Patienten werden untersucht bzw. behandelt, ohne dass eine chirurgische Maßnahme erfolgt. Augenmedizin gehört zur medizinischen Grundversorgung, ein dichtes Netz mit konservativem Behandlungsangebot ist daher wichtig. Eine Auswertung von Ende 2019 zeigte, dass an 80 % der Standorte aller Zentren nur oder auch konservativ untersucht und behandelt wurde.

An anderen Standorten wird auch ambulant bzw. im Krankenhaus operiert. Viele Zentren haben ambulante Standorte (nicht-operativ oder ambulant operativ) auf dem Gelände von Krankenhäusern. Von außen sind sie kaum von Krankenhausabteilungen zu unterscheiden. Die Zentren nutzen für die Versorgung ihrer Patienten die Infrastruktur und Möglichkeiten des Krankenhauses, ohne Teil des Krankenhauses zu sein. Das hat Vorteile für Patienten: Bei stationärer Versorgung können bei Bedarf auch Ärzte anderer Fachrichtungen hinzugezogen werden. Außerdem verfügen Krankenhäuser oft über eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr oder bieten Serviceleistungen wie Stellplätze oder Cafeteria an.

Zentren versorgen in der Fläche

Einige Zentren haben nur in einer bestimmten geographischen Region Standorte, andere Zentren sind in vielen Regionen Deutschlands vertreten. Einige Zentren sind nur in ländlichen Regionen tätig, andere auch oder nur in städtischen.

Zentren mit mehreren Standorten haben häufig ihren wichtigsten Standort in einer eher städtischen Gegend. Hier wird typischerweise die größte Bandbreite von nicht-operativer und operativer Augenheilkunde vorgehalten, hier arbeiten viele Augenärzte zusammen, die sich jeweils auf bestimmte Krankheitsbilder spezialisiert haben, und hier ist oft auch die Verwaltung des Zentrums angesiedelt. Rund um diesen Hauptstandort sind kleinere Standorte in eher ländlichen Gebieten angesiedelt.

Ende 2019 waren fast die Hälfte (49 %) aller Standorte der Intersektoralen augenärztlichen Facharztzentren für Patienten in ländlichen, dünn besiedelten Regionen tätig. In den entlegenen Regionen, in denen die Zentren versorgen, ist oft sowohl das anderweitige Angebot an augenärztlichen Praxen als auch an augenärztlichen Abteilungen in Krankenhäusern sehr ausgedünnt.

Ärztinnen und Ärzte in den Zentren

In allen Zentren zusammen waren Ende 2019 insgesamt 783 approbierte Ärztinnen und Ärzte, davon 588 Fachärzte und Fachärztinnen für Augenheilkunde, tätig. Alle Intersektoralen Facharztzentren unterscheiden sich in puncto Teamgröße, Angestelltenanteil und Vielfalt der Arbeitszeitmodelle erheblich von den traditionellen Praxisformen wie der Einzelpraxis. Typischerweise arbeiten in den IFZ viele Ärztinnen und Ärzte zusammen. Je nach Rechtsform des Zentrums sind einige der Ärzte selbstständig, andere Ärzte werden als angestellte tätig. In MVZ war der Anteil der angestellten Ärztinnen und Ärzte mit 91 % höher als in den BAG mit 54 % (Daten Ende 2019). IFZ arbeiten mit einheitlicher Leitung und achten auf einen einheitlichen Außenauftritt.

Die Zentren sind auch für junge Fachärzte für Augenheilkunde attraktiv: In den Zentren wird die Arbeit im Team gefördert. Die höhere Zahl an Ärzten und die damit einhergehende Spezialisierung erlauben es jungen Ärzten, sich für einen eigenen Weg in der qualifizierten Patientenversorgung zu entscheiden – je nach Interesse über eine große Bandbreite des Fachs oder in einer Spezialisierung.

Zentren arbeiten interdisziplinär, bilden junge Mediziner weiter und engagieren sich bei wissenschaftlichen Projekten

Viele der Intersektoralen Facharztzentren sind interdisziplinär aufgestellt, neben den vor allem dort arbeitenden Augenärzten sind Anästhesisten, Allgemeinmediziner, Internisten, Neurologen, Psychiater, Psychologen, Orthopäden, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen oder auch Neurochirurgen tätig.

Die Intersektoralen Facharztzentren engagieren sich in der Weiterbildung junger Kolleginnen und Kollegen und beteiligen sich an der Ausbildung des augenmedizinischen Nachwuchses in der Phase zwischen Universitätsabschluss und Facharztprüfung. Die Relevanz der Zentren als Weiterbildungsstätten steigt ständig

Außerdem beteiligen sich Zentren an wissenschaftlich-medizinischer Forschung, an Versorgungsforschung und an anwendungsorientierten Projekten.